Neuigkeiten aus Heilige Familie

Dankgottesdienst zum 25. Jahrestag der Deutschen Einheit

Heimkehrer-Dankeskirche
my alt text
Am Sonntag, 4. Oktober 2015, feierte Pater Prior Pirmin Holzschuh OCist, Zisterzienserkloster Bochum-Stiepel, Vormittags um 10:00 Uhr in der Heimkehrer-Dankes-Kirche Heilige Familie in Bochum-Weitmar ein feierliches Dankamt zum 25. Jahrestag der Deutschen Einheit. Während der Eucharistiefeier segnete er drei Kreuze, die aus Grenzzaun der ehemaligen innderdeutschen Grenze gefertigt wurden. Ein Kreuz verbleibt in der Heimkehrer-Dankeskirche als Mahnmal für Frieden und Aussöhnung unter den Völkern, ein Kreuz geht ins Mauermuseum in Berlin und ein weiteres Kreuz wir künftigt in einer Kindertagesstätte in Bochum verbleiben. Das Metrial wurde von Edgar Pferner, der 1966 gemeinsam mit seinem Vater über die Grenze aus der damaligen DDR floh, gestiftet. Das Material wurde dann von Handwerkern der Kreishandwerkerschaft Bochum weiterverarbeitet. "Ich bin davon überzeugt, dass es schlussendlich auch die vielen Gebeten der Heimkehrer bei ihren alljährlichen Heimkerer-Danktagen an der Heimkehrer-Dankeskirche in Bochum waren, die mit zur Wiedervereinigung unseres Vaterlandes beigetragen haben. Daher passt dieses Kreuz auch zur besonderen Intention dieses deutschlandweit einzigartigem Gotteshauses als Mahnmal für Frieden und Aussöhnung unter den Völkern. Daher freuen wir uns ausgesprochen über diese Stiftung.", so Gemeinderatsmitglied Christian Herker.

Hintergrund:

Mehr als 12 Millionen deutsche Soldaten und Zivilisten waren in Kriegsgefangenschaft. Sie haben in über 9.000 Lagern gelebt bzw. „gehaust“. Viele arbeiteten unter härtesten Bedingungen. Die das überlebt haben und zurückgekehrt sind, haben davon auf vielfältige Weise berichtet. Sie haben eine Stätte geschaffen, die Heimkehrer-Dankeskirche in Bochum, die Ausdruck ihrer Dankbarkeit vor Gott über ihre glückliche Heimkehr ist. Nachfolgende Generationen sollen erinnert werden: Das Recht auf Freiheit und Menschenwürde ist nicht selbstverständlich. Es muss stets ins Bewusstsein gerückt und bewahrt werden.
 
In der Krypta der Kirche befindet sich ein Museum. Es zeigt zahlreiche Gegenstände, die in den Lagern entstanden sind. Hinzu kommen eindrucksvolle Gemälde und Zeichnungen aus dem Alltagsleben der Lagerinsassen sowie eine Reproduktion der so genannten „Stalingradmadonna“. Auch für junge Menschen sind Kirche und Krypta in zweierlei Hinsicht lohnenswert. Zum einen erhalten sie Einblick in die dunklen Jahre der Geschichte. Zum anderen vermittelt der Ort ein tieferes Verständnis für ein Leben in Frieden und Freiheit.
 
Vikar August Halbe, fünf Jahre kriegsgefangener Priester im Ural, ließ aus Dank für die Rettung aus der Lagerhaft die Kirche errichten. Unterstützung erhielt er dabei vom Pfarrer der Pfarrei St. Franziskus Bochum-Weitmar, Adolf Ostendorf. Der Plan zum Bau der Dankeskirche wurde 1955 der Öffentlichkeit vorgestellt. Unterstützt durch den 1956 gegründeten Kirchbauverein konnten zwei Jahre später 20 Heimkehrer den ersten Spartenstich vollziehen. Am 12.12.1959 weihte Ruhrbischof Dr. Franz Hengsbach (Essen) die Kirche. Sie trägt den Namen „Heilige Familie“ und erinnert an die Heimkehr der Familie Jesu aus Ägypten. Seit 2005 steht das Gotteshaus unter Denkmalschutz und ist seit 01.09.2008 Filialkirche der neuen Gemeinde St. Franziskus Bochum-Weitmar.
 
Die Kirche ist ein Erinnerungsort von nationalem Rang, in der die historische und religiöse Erinnerung einer Generation von Kriegsteilnehmern ihren Ausdruck gefunden hat. Die architektonische Konzeption, die Krypta und das Bildprogramm der Fenster („Straße des Krieges“) stellen eine Gesamtheit dar. Mit dem großen Chorfenster „Lobgesang der Jünglinge im Feuerofen“ hat beispielsweise der Maler Wilhelm de Graaf als Kriegsteilnehmer seinen Dank ausgedrückt.
 
Von 1960 bis 2009 versammelten sich zahlreiche ehemalige Kriegsheimkehrer aus ganz Deutschland alljährlich am Sonntag nach Pfingsten (Dreifaltigkeitssonntag) zu ihrem alljährlichen „Heimkehrer-Danktag“.
 
Dieses Erbe der Heimkehrer wollen junge und alte Gemeindemitglieder stets pflegen und erhalten.

Bilder (© Hermann Haferkamp): Impressionen des Gottesdienstes.

Bild 1

Bild 2

Bild 3

Bild 4

Bild 5

Bild 6

Bild 7

Bild 8

Bild 9

Bild 10

Bild 11

Benefiz-Veranstaltung für Christen im Heiligen Land in der Heimkehrer-Dankeskirche

Heimkehrer-Dankeskirche
my alt text

Christen sind in Israel eine Minderheit zwischen Juden und Muslimen, und doch sind sie wichtig - für den Charakter des Landes, für den Erhalt der heiligsten Stätten des Christentums.

Der Journalist Michael Ragsch (Radio Bochum) hat seit 2009 immer wieder das Heilige Land besucht und sich vor allem mit der Situation der Christen beschäftigt. Drei Bücher sind seitdem entstanden: "Sterne von Bethlehem. Die verlassenen Kinder einer heilige Stadt" setzt den Waisenkindern im Geburtsort Jesu ein Denkmal. "An Seinem See. Geschichten vom See Genezareth" beschäftigt sich mit Menschen, die heute da leben, wo Jesus früher wirkte. In diesem Jahr schließlich kam "Am Heiligen Grab. Die Christen Jerusalems" heraus.

Am 28. November (Samstag) liest Michael Ragsch in der Kirche Heilige Familie (Heimkehrer-Dankeskirche) in Bochum-Weitmar aus seinen Büchern. Er zeigt aktuelle Bilder aus Jerusalem und informiert über die Lage der Christen in Isral. Die Veranstaltung beginnt um 16 Uhr.

"Ich will einige Christen vorstellen, denen ich in Jerusalem begegnet bin. Dort gibt es ja auf engstem Raum alle Konfessionen dieser Welt", sagt Michael Ragsch, "vor allem möchte ich in Weitmar das Kapitel über eine Deutsche lesen, die in Jerusalem Außerordentliches leistet. Sie leitet ein Krankenhaus für Schwerstkranke, in dem Juden und Christen und Moslems unter einem Dach zusammenleben. Außerdem möchte ich einen ganz außergewöhnlichen Nachfolger Jesu vorstellen: einen messianischen Juden, der an Jesus als Erlöser glaubt."

Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei, aber es wird um eine Spende für das Priorat Tabgha und die Brotvermehrungskirche am See Genezareth gebeten, auf das kürzlich ein Brandanschlag verübt wurde. Die Spenden werden anschließend Benediktinierpater Ralph Greis OSB, Prior der deutschsprachigen Dormitio-Abtei auf dem Berg Zion in Jerusalem, der im Mai 2015 noch in der Heimkehrer-Dankeskirche zu Besuch war, übergeben.
Ich habe in meinem See-Genezareth-Buch ja ein Kapitel über Tabgha, den Ort der Brotvermehrung. Und das möchte ich auch gerne lesen", sagt Michael Ragsch, "es ist erschütternd, wie Christen im Heiligen Land in die Schusslinie geraten. Sie können alle Solidarität aus dem Western gebrauchen."

Hintergrund:

"Am Heiligen Grab. Die Christen Jerusalems" ist im Echter Verlag erschienen und kostet 19,90€. Das Buch bietet nicht nur einen Ausflug in die Gegenwart einer der aufregendsten Städte der Welt, sondern auch eine Reise in die Vergangenheit - auf den Spuren der allerersten Christen Jerusalems gewissermaßen.

Mehrfach ist Autor Michael Ragsch nach Jerusalem gereist, um dort Christen verschiedenster Konfessionen zu besuchen: die Pastorin aus Deutschland, die einen Selbstmordanschlag überlebt hat. Einen deutschen Freiwilligen in Yad Vashem. Die äthiopische Nonne, die auf dem Dach der Grabeskirche wohnt. Den österreichischen Franziskaner, den sein Orden in die Grabeskirche geschickt hat. Einen Juden, der Jesus begegnet ist. Den Vorsteher der syrisch-orthodoxen Gemeinde. Einen ehemaligen hohen Kirchendiplomaten, der heute als "Weißer Vater" in Jerusalem lebt. Und viele andere.

Zahlreiche außergewöhnliche Fotos des Schwerter Journalisten Sebastian Reith machen das Buch zu einem eindrucksvollen Zeugnis des Lebens der Christen am Heiligen Grab. Das Geleitwort hat Bestsellerautor Paul Badde beigesteuert.

Bild (© Sebastian Reith): Autor Michael Ragsch

Das offizielle Plakat der Veranstaltungen finden Sie hier.

VorschauAnhangGröße
Plakatentwürfe.pdf554.97 KB

Pfarrer i.b.D. Theo Schwens feiert sein "Goldenes Priesterjubiläum"

Heimkehrer-Dankeskirche
my alt text

Am 21. Dezember 1965 wurde Pfarrer i.b.D. Theo Schwens in Duisburg durch Ruhrbischof Dr. Franz Hengsbach von Essen zum Priester geweiht. In diesem Jahr liegt seine Priesterweihe nunmehr 50 Jahre zurück. Ein Grund, um Gott zu danken für die Gnade der Priesterweihe. Sein "Goldenes Priesterjubiläum" wird der Jubilar am 4. Adventssonntag, 20. Dezember 2015, mit einem feierlichen Dankamt um 10:00 Uhr in der Kirche Heilige Familie, feiern. Alle Mitbrüder sind sehr herzlich zur Konzelebration oder Mitfeier in Chorkleidung eingeladen. Im Anschluss an die Eucharistiefeier lädt der Jubilar alle Anwesenden sehr herzlich zur Begegnung und zum Mittagsimbiss ins nahegelegene Gemeindeheim Heilige Familie ein. Er freut sich über die Mitfeier vieler Menschen und Weggefährten, die ihn in 50 Jahren priesterlichen Wirken begleitet und getragen haben.

Bild (© Christian Schnaubelt): Pfarrer i.b.D. Theo Schwens (links) führt den damaligen Apostolischen Nuntius in Deutschland, Erzbischof Dr. Jean-Claude Périsset (rechts), am 2. Juni 2012 durch die Heimkehrer-Gedenkstätte in der Krypta der Heimkehrer-Dankeskirche.

Führungen durch die Heimkehrer-Dankeskirche können ab sofort online gebucht werden

Heimkehrer-Dankeskirche
Führungen für Gruppen durch die Heimkehrer-Dankeskirche Heilige Familie und die Heimkehrer-Gedenkstätte in der Krypta können jetzt ab sofort auch direkt online gebucht werden.

 
Hier gelangen Sie direkt zum Anmeldeformular!

 

Heimkehrer-Dankeskirche Bochum-Weitmar öffnet am Tag des offenen Denkmals ihre Pforten

Heimkehrer-Dankeskirche
my alt text

Auch die Kirche Heilige Familie (Heimkehrer-Dankeskirche),  Karl-Friedrich-Str. 109, 44795 Bochum-Weitmar, wird an diesjährigen deutschlandweiten "Tag des offenen Denkmals", Sonntag, 13. September 2015, wieder ihre Pforten für interessierte Besucher öffnen. Die Führungen werden auf das Motto des diesjährigen Tages "Handwerk, Technik, Insustrie" abgestimmt. Die meisten Gegenstände, die in der Dauer-Ausstellung in der Heimkehrer-Gedenkstätte (Krypta der Kirche) ausgestellt sind, wurden von den ehemaligen Kriegsgefangenen von Hand gefertigt.


Öffnungszeiten am 13.09.2015:
11:00 Uhr bis 18:00 Uhr

Öffentliche Führungen durch Kirche u. Krypta am 13.09.2015:
11:00 Uhr, 14:00 Uhr und 17:00 Uhr

Rahmenprogramm am 13.09.2015:

10:00 Uhr -
Hochamt in der Kirche

15:00 Uhr - 16:00 Uhr -
Geistliche Orgelmusik mit Frank Herker an der Stockmann-Orgel:
"Improvisationen zum Kreuzerhöhungsfest"
Hintergrund:
Mehr als 12 Millionen deutsche Soldaten und Zivilisten waren in Kriegsgefangenschaft. Sie haben in über 9.000 Lagern gelebt bzw. „gehaust“. Viele arbeiteten unter härtesten Bedingungen. Die das überlebt haben und zurückgekehrt sind, haben davon auf vielfältige Weise berichtet. Sie haben eine Stätte geschaffen, die Heimkehrer-Dankeskirche in Bochum, die Ausdruck ihrer Dankbarkeit vor Gott über ihre glückliche Heimkehr ist. Nachfolgende Generationen sollen erinnert werden: Das Recht auf Freiheit und Menschenwürde ist nicht selbstverständlich. Es muss stets ins Bewusstsein gerückt und bewahrt werden.
 
In der Krypta der Kirche befindet sich ein Museum. Es zeigt zahlreiche Gegenstände, die in den Lagern entstanden sind. Hinzu kommen eindrucksvolle Gemälde und Zeichnungen aus dem Alltagsleben der Lagerinsassen sowie eine Reproduktion der so genannten „Stalingradmadonna“. Auch für junge Menschen sind Kirche und Krypta in zweierlei Hinsicht lohnenswert. Zum einen erhalten sie Einblick in die dunklen Jahre der Geschichte. Zum anderen vermittelt der Ort ein tieferes Verständnis für ein Leben in Frieden und Freiheit.
 
Vikar August Halbe, fünf Jahre kriegsgefangener Priester im Ural, ließ aus Dank für die Rettung aus der Lagerhaft die Kirche errichten. Unterstützung erhielt er dabei vom Pfarrer der Pfarrei St. Franziskus Bochum-Weitmar, Adolf Ostendorf. Der Plan zum Bau der Dankeskirche wurde 1955 der Öffentlichkeit vorgestellt. Unterstützt durch den 1956 gegründeten Kirchbauverein konnten zwei Jahre später 20 Heimkehrer den ersten Spartenstich vollziehen. Am 12.12.1959 weihte Ruhrbischof Dr. Franz Hengsbach (Essen) die Kirche. Sie trägt den Namen „Heilige Familie“ und erinnert an die Heimkehr der Familie Jesu aus Ägypten. Seit 2005 steht das Gotteshaus unter Denkmalschutz und ist seit 01.09.2008 Filialkirche der neuen Gemeinde St. Franziskus Bochum-Weitmar.
 
Die Kirche ist ein Erinnerungsort von nationalem Rang, in der die historische und religiöse Erinnerung einer Generation von Kriegsteilnehmern ihren Ausdruck gefunden hat. Die architektonische Konzeption, die Krypta und das Bildprogramm der Fenster („Straße des Krieges“) stellen eine Gesamtheit dar. Mit dem großen Chorfenster „Lobgesang der Jünglinge im Feuerofen“ hat beispielsweise der Maler Wilhelm de Graaf als Kriegsteilnehmer seinen Dank ausgedrückt.
 
Von 1960 bis 2009 versammelten sich zahlreiche ehemalige Kriegsheimkehrer aus ganz Deutschland alljährlich am Sonntag nach Pfingsten (Dreifaltigkeitssonntag) zu ihrem alljährlichen „Heimkehrer-Danktag“.
 
Dieses Erbe der Heimkehrer wollen junge und alte Gemeindemitglieder auch weiterhin pflegen und erhalten.

 

 

Führungen durch die Heimkehrer-Dankeskirche

Heimkehrer-Dankeskirche
my alt text

Zukünftig sollen in der Kirche Heilige Familie (Heimkehrer-Dankeskirche) noch verstärkter als bisher Führungen für Gruppen - insbesondere auch für Schulklassen - angeboten werden. Nähere Informationen hierzu sind auch in Kürze in einer eigenen Rubrik auf der Gemeinde-Homepage abrufbar. Erfreulich ist vor diesem Hintergrund auch, dass die Stadt Bochum im Herbst 2015 die Heimkehrer-Dankeskirche in die sogenannte "Blaue Linie" (Nr. 29) mit den besonderen Sehenswürdigkeiten und touristischen Höhepunkten unserer Stadt aufnehmen wird. Daher führten Pfarrer i.b.D. Theo Schwens und Gemeinderatsmitglied Christian Herker kürzlich einige zusätzliche Kirchenführerinnen und -führer ein. Vielen Dank sagen wir schon jetzt allen Mitwirkenden für ihren ehrenamtlichen Einsatz und wünschen ihnen zugleich viel Freude bei der Arbeit, den Besucherinnen und Besuchern die einzigartige Geschichte des Gotteshauses sowie Kirche und Heimkehrer-Gedenkstätte in der Krypta zukünftig näher zu bringen. Zum Team der Kirchenführerinnen und -führer gehören zukünftig: Franz CeglarskiStefanie HedtfeldChristian HerkerUlrich HerkerWilhelm HermesHelmut LeitmannGerhard ObsadnyHans-Joachim SalmenWinfried SpyraPfarrer i.b.D. Theo Schwens. Bitte werben Sie für dieses Angebot auch in Ihrem Freundes- und Bekanntenkreis. Führungen durch Kirche und Krypta sind grundsätzlich kostenlos, um eine angemessene freie Spende für den Erhalt der Heimkehrer-Dankeskirche wird jedoch gebeten. Eine vorherige Buchung der jeweiligen Führung über das Pfarrbüro St. Franziskus Bochum (Frau Pahlke) ist aus organisatorischen Gründen erforderlich.

 

 

Bericht der Zeitzeugin Helga Walbaum über Abbé Franz Stock

Heimkehrer-Dankeskirche

Vortrag Neues Gymnasium Bochum

Die Stadt Bochum (380.000 Einwohner), im ehemaligen Kohlerevier des Ruhrgebiets gelegen (Bundesland Nordrhein-Westfalen), hat vom 27. April bis 10. Mai 2015 die Wanderausstellung "Frieden als Auftrag" bein sich aufgenommen. Viele Veranstaltungen wie Messen und Gottesdienste, Vorträge, Konzerte, etc. haben während dieser Zeit unter Beteiligung von bedeutenden Persönlichkeiten, darunter wie nachstehend aufgeführt, stattgefunden.

Ich erwähne nur Msgr. Wiesemann, Bischof von Speyer (Partnerdiözese von Chartres); Professor Althaus, Domkapitular in Paderborn und Delegat im   Seligsprechungsprozeß für Franz Stock; Pater Prof. Stamm, Franziskaner und "Advocatus Diaboli" im Seligsprechungsprozeß; Msgr. Pansard, Bischof von Chartres;  Mitglieder des Vorstands des Franz Stock Komitee; Professor Rüttgers, ehemaliger Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen, der in 2008 auf den Mont Valerien mit Präsident Sarkozy und am nächsten Tag nach Chartres gekommen ist.


Als  "Zeitzeugin" war ich gebeten worden, über Abbé Stock und das, was er für meine Familie während des Zweiten Weltkriegs getan hat, zu sprechen. Ich habe mich vom 24. bis 28. April  in Bochum aufgehalten.

   -  3 Schüler des Franz-Stock- Gymnasium Arnsberg/ Neheim sind gekommen, um ein Interview mit mir zu machen und auf DVD aufzunehmen.
    - Ich verbrachte einen Gesprächsabend in einer katholischen Studenten-verbindung unter jungen und weniger jungen Mitgliedern.

    - Vortrag in der Aula des Neues Gymnasium Bochum, einem rundum verglasten seit drei Jahren bestehenden Gebäude. Mehr als 300 Schüler waren anwesend und sehr aufmerksam.

Nach meinem Vortrag haben mir ungefähr zwanzig Schüler vielfältige und eindringliche Fragen gestellt. Als kleine Anekdote möchte ich anführen, daß ich auf die Frage: „Fühlen Sie sich mehr als Deutsche oder mehr als Französin?“  geantwortet habe, daß mich als Europäerin fühlte. Das hat  einen donnernden Applaus ausgelöst. Dem Vortrag folgte noch ein Interview mit Dom Radio, dem katholischen Radiosender von Köln. 

Heimkehrer- Dankeskirche

Die Ausstellung wurde in einer ganz einzigartigen Kirche, der Heimkehrer -Dankeskirche der Pfarrgemeinde Heilige Familie, Teil der Gemeinde Hl. Franziskus in Bochum. Sie wurde im Jahre 1959 in Erinnerung an die 12 Millionen deutschen Kriegsgefangenen, die nach Hause zurückkehren konnten, gebaut. Die Fenster erzählen ihre Leiden. Die Kirche steht unter dem Schutz Mariens, von der man eine wunderschöne Holzstatue bewunder kann.

Die Krypta wurde in ein Museum umgewandelt. Steine ​​tragen die Namen von 420 Gefangenenlagern in Europa, den USA und vor allem in Russland. Chartres hat dort ebenfalls einen Namensstein. Eine Vielzahl von Objekten, die von den Gefangenen während ihrer Haft angefertigt wurden, befinden sich in Ausstellungsvitrinen.  Es ist beeindruckend zu sehen, was sie mit praktisch nichts haben herstellen können. Es gibt auch die Schriften von der Zeit. Ein Altar erlaubt die Feier der Messe. Alles dies zusammen ist sehr bewegend.

Zisterzienserkloster Stiepel

Auf Wunsch des damaligen Bischofs Zeit wurden die Gebäude im Jahr 1988 mitten  in grüner, hügeliger Landschaft gebaut. 14 Mönche leben jetzt dort. Es ist ein Ort des Friedens, der Spiritualität und der Reflexion. Die Mönche sorgen auch für eine Herde Schafe und Bienenstöcke, um den Honig zu verkaufen. Die Zimmer sind komfortabel, das Essen ist gut und die Atmosphäre sehr familiär. Ich war sogar zu Kaffe und Kuchen anläßlich des Namenstages von einem  der Patres eingeladen.  Große Säle  ermöglichen es, Wallfahrten und andere Veranstaltungen durchzuführen.
Abschließend muss ich sagen, dass mein Aufenthalt sehr zufriedenstellend und manchmal bewegend war. Ich freue mich über das Interesse, dass junge Menschen für Abbé Stock zeigen, und hoffe,  dass zumindest einige seinem Beispiel folgen werden.

Beeindruckender Auftritt der Zeitzeugin Helga Walbaum am Neuen Gymnasium Bochum

Heimkehrer-Dankeskirche
my alt text

Bis zum letzten Platz war die Aula des Neuen Gymnasiums besetzt: Fast dreihundert Schülerinnen und Schüler versammelten sich mit ihren Lehrerinnen und Lehrern am Dienstag, dem 28. April dieses Jahres, um den Vortrag von Helga Walbaum, einer Überlebenden der nationalsozialistischen Terrorherrschaft in Frankreich, über ihr eigenes Leben und auch den katholischen Priester Franz Stock, der in Kürze selig gesprochen und als Wegbereiter der deutsch-französischen Völkerverständigung in Frankreich als „Abbé Stock“ geehrt wird, zu hören. Dieser Zeitzeugenbericht einer deutsch-französischen und bis heute in Paris lebenden Frau, die trotz ihrer katholischen Konfession mit ihren Eltern auf Grund der Nürnberger Rassengesetze aus Nazi-Deutschland emigrieren musste, ist eine immer seltener werdende Gelegenheit, Schülerinnen und Schülern in der heutigen Zeit authentisch und vor allem persönlich Geschichte zu vermitteln. Sie sei, so Frau Walbaum, als getaufte und praktizierende Katholikin erst durch die Nationalsozialisten, bei denen „die Rasse und nicht mehr die Religion zählte“, zur Jüdin und damit zu einer verfolgten Emigrantin geworden. Insbesondere auch mit Hilfe des Priesters Franz Stock, der ihren jüdischen Vater aus der Gestapo-Haft befreite und seine Deportation in ein Konzentrationslager und damit seine Ermordung verhinderte, überlebte sie mit ihren beiden Eltern die Schrecknisse der Besetzung Frankreichs durch Nazi-Deutschland. Die Schülerinnen und Schüler stellten mit viel Empathie zahlreiche fundierte Fragen, die Frau Walbaum sehr beeindruckten. Ihrer Ansicht nach sei es, so Frau Walbaum, die sich als Europäerin fühlt und damit in der Aula viel Applaus erntete, dringend geboten, dass sich heute alle Menschen um ein verständnisvolles Miteinander und für die Werte in Europa einsetzen. Prozesse wie gegen den heute 93-jährigen KZ-Aufseher in Auschwitz hätten schon vor 50 Jahren geführt werden müssen und würden – so zum doch großen Erstaunen der Zuhörerschaft – heute ihrer Ansicht nach keinen Sinn mehr machen. Dr. Paul Reiter, Lehrer am Neuen Gymnasium Bochum, organisierte dieses Zeitzeugengespräch mit Christian Herker (Gemeinderat) und Meinolf Schwens (Franz-Stock-Komitee), da „es eminent wichtig ist, die letzten lebenden Zeitzeugen für unsere heranwachsende Generation authentisch hörbar und erlebbar zu machen.“ Zum Schluss des Zeitzeugengesprächs appellierte er an Anwesenden, „stets wachsam zu bleiben gegenüber Rassismus, Antisemitismus und Totalitarismus“. Und er betonte: „Wir Lebenden tragen heutzutage keine Schuld für die nationalsozialistischen Verbrechen, aber die Verantwortung dafür, dass sich derartige Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Zukunft nie mehr in deutschem Namen wiederholen.“

Bild 1

Bild 2

Ehemaliger Ministerpräsident Rüttgers würdigt Abbé Franz Stock

Heimkehrer-Dankeskirche
my alt text

Vielerorts wird in diesen Tagen des 70. Jahrestages des Endes des 2. Weltkrieges (8. Mai 1945 - 8. Mai 2015) gedacht. So würdigte am diesjährigen Europatag, dem 9. Mai 2015, der ehemalige nordrhein-westfälische Ministerpräsident Prof. Dr. Jürgen Rüttgers während eines Festaktes in der Heimkehrer-Dankeskirche Heilige Familie in Bochum-Weitmar das Leben und Wirken von Abbé Franz Stock als Wegbereiter der deutsch-französischen Freundschaft im Rahmen der Wanderausstellung "Frieden als Auftrag", die in den vergangenen Wochen in der Bochumer Kirche präsentiert wurde. Rüttgers ist auch Mitglied des Ehrenkomitees der "Europäische Begegnungsstätte Franz Strock Chartres". Zu dieser Veranstaltung hatten die Konrad-Adenauer-Stiftung und die katholische Kirchengemeinde St. Franziskus Bochum-Weitmar am Samstagnachmittag in die Kirche eingeladen. Zahlreiche Zuhörer waren der Einladung gefolgt. Im Anschluss fand in der nahegelegenden evangelischen Emmauskirche in Bochum-Weitmar ein französischer Chanson-Abend. Georg Marekwica von der Deutsch-Französischen Gesellschaft Bochum stellte dort einige Chansons vor und Margreth Dennemark vom Franz-Stock-Komitee für Deutschland erzählte etwas aus dem Leben von Abbé Stock. Für die kulinarische Verköstigung sorgten die Messdiener und Pfadfinder der Kirchengemeinde.

Bild 1
Bild 2
Bild 3
Bild 4
Bild 5
Bild 6
Bild 7
Bild 8
(Bilder: © Franz-Stock-Komitee für Deutschland, Frank Trompeter)
VorschauAnhangGröße
k-IMG_4366.jpg41.51 KB
k-IMG_4368.jpg34.68 KB
k-IMG_4373.jpg33.33 KB
k-IMG_4374.jpg31.63 KB
k-IMG_4375.jpg31.97 KB
k-IMG_4378.jpg38.46 KB
k-IMG_4381.jpg31.84 KB
k-IMG_4388.jpg36 KB

Wanderausstellung "Frieden als Auftrag" offiziell eröffnet

Heimkehrer-Dankeskirche
my alt text
Die Wanderausstellung "Frieden als Auftrag" über das Leben und Wirken von Abbé Franz Stock in der Heimkehrer-Dankeskirche Heilige Familie Bochum-Weitmar wurde am Sonntag, 26. April 2015, offiziell eröffnet. Das Hochamt am Morgen feierte Domkapitular Prof. Dr. Rüdiger Althaus aus Paderborn, der Erzbischöfliche Delegat im Seligsprechungsverfahren für Abbé Franz Stock, gemeinsam mit Pfarrer i.b.D. Theo Schwens und Pater Markus Gebhard Stark OCist vom Zisterzienserkloster Bochum-Stiepel. Nach dem feierlichen Gottesdienst, der vom Kirchenchor Heilige Familie unter der Leitung von Reiner Krosser musikalisch gestaltet wurde, wurde die Ausstellung offiziell durch den Pfarrer der Pfarrei St. Franziskus Bochum, Norbert Humberg, eröffnet. Auch die Bochumer Oberbürgermeisterin Dr. Ottilie Scholz und ihr Vorgänger Ernst-Otto Stüber zählten zu den zahlreichen Ehrengästen. Darunter waren auch mit Dieter Lanz aus Neheim, ein ehemaliger Seminarist aus dem sogenannten "Stacheldrahtseminar" in Chartres (Frankreich), der die Wanderausstellung auch seinerzeit konzipiert hat, und Helga Walbaum aus Paris, zwei Zeitzeugen, die Abbé Franz Stock, noch persönlich kennengelernt und erlebt haben. Prof. Dr. Patrick Sensburg MdB, Mitglied des Beirates des Franz-Stock-Komitees für Deutschland, hielt ein Grußwort zur Ausstellungseröffnung. In seinem Eröffnungsreferat stellte Prof. Dr. Rüdiger Althaus das Leben und Wirken von Abbé Franz Stock in eindrucksvoller Weise vor. Im Anschluss an die Ausstellungseröffnung ludt der KAB-Männerkochclub der Gemeinde alle Gäste zu einem Gemeindeessen ins nahegelegene Gemeindeheim ein. Die Ausstellung ist nun noch bis zum 10. Mai 2015 in der Heimkehrer-Dankeskirche Heilige Familie, Karl-Friedrich-Str. 109, 44795 Bochum, zu besichtigen. Sie ist montags-freitags von 16 Uhr bis 19 Uhr sowie samstags, sonntags und feiertags von 11 Uhr bis 18 Uhr geöffnet.

(Bild: © Herrmann Haferkamp:  Die Wanderausstellung "Frieden als Auftrag" wurde nun in der Heimkehrer-Dankeskirche Heilige Familie offiziell durch Pfarrer Norbert Humberg (links) eröffnet. )